Ehrenamt und Breitensport stärken – Sportvereine als Orte des sozialen Zusammenhalts

Ich war zu Gast in Grimma beim Hauptausschuss des Kreissportbund Landkreis Leipzig (KSB). Coronabedingt fielen in den letzten beiden Jahren nicht nur viele Wettkämpfe und Trainingseinheiten insbesondere im Jugendbereich aus. Auch konnte in diesem Jahr leider der traditionelle Sportlerball samt Ehrung der Sportlerinnen und Sportler des Jahres nicht wie gewohnt in Zwenkau stattfinden.
Glücklicherweise hat der KSB aber aus der Not eine Tugend gemacht und ehrte in diesem Jahr stattdessen die Trainerinnen und Trainer des Jahres 2020 sowie die Nachwuchstrainerinnen und -Trainer, welche ebenfalls eine angemessene Würdigung verdient haben.

Mein herzlicher Glückwunsch an die jeweils 10 Nominierten und die Preisträger/innen.

Gerade das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen und muss stets ordentlich gewürdigt und gewertschätzt werden. Besonders in der letzten pandemischen Zeit, aber auch schon davor haben viele Ehrenamtliche in den Vereinsvorständen, Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter neben dem reinen Sporttreiben wichtige soziale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren geleistet. Unsere Vereine bemühen sich zunehmend auch um Demokratiebildung, Integration, Inklusion, Jugendbeteiligung und Umwelterziehung. Der KSB ist dafür ein wichtiger und kompetenter Partner in der Beratung für die Vereine, die als sozialer Ort des Austausches fungieren.
Den Forderungen des KSBs nach Bürokratieabbau für Vereine kann ich mich nur anschließen. Ebenfalls bekräftigte der KSB als Dachorganisation für den organisierten Sport, immerhin die mitgliedsstärkste „Lobby“ im Landkreis, die alte SPD- und Gewerkschaftsforderung nach einem Bildungsurlaub auf Landesebene in Sachsen, der in der Vergangenheit leider immer an der Union scheitern musste. Für uns ist klar, wer sich für sein Ehrenamt zum Beispiel in Trainer-, Übungsleiter- oder Kampfrichterausbildungen und somit für den sozialen Zusammenhalt weiterbildet, sollte dafür nicht noch seine Freizeit opfern müssen, sondern braucht einen gewissen gesetzlichen Anspruch auf Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt.
Als Kommunalpolitikerin bin ich sehr bei den Sporttreibenden in den Gemeinden des kleinstädtischen und ländlichen Raums, wenn es um die stärkere Förderung von Investitionen in die Sportinfrastruktur durch den Bund geht. Hat sich in Sachsen auch langsam eine kleine Trendwende abgezeichnet, dass nicht mehr nur reine Schulsportanlagen gefördert werden, so scheitern besonders finanzschwache Gemeinden daran, über ihre Pflichtaufgaben hinaus, auch den gesellschaftlich so wichtigen Vereins- und Breitensport mit ausreichenden Turnhallen, Schwimmbädern, Plätze und Stadien zu versorgen.
Im Corona-Jahr 2020 haben die Mitgliedervereine des KSBs „nur“ rund 1.100 Mitglieder verloren, was 3 Prozent entspricht. Dies ist besonders auf die Ehrenamtlichen zurück zu führen, die in dieser Zeit vieles dafür getan haben, dass das Vereinsleben auch während der Pandemie weiterhin attraktiv blieb und ein Restart gelingen konnte. Schmerzhaft ist vor allen der Verlust von über 500 Mitgliedern im Kinder- und Jugendbereich, der hoffentlich auch dank dem Programm „Aufholen und Nachholen nach Corona“ ausgeglichen werden kann.
Als ehemalige Tänzerin und Aktive in diversen Vereinen freute ich mich auf den weiteren Austausch mit den Sportvereinen im Landkreis und verweist auf den Beschluss des letzten SPD-Kreisparteitags zur Stärkung des Kita-Sports.